Die geheimen Unterweisungen der Gnosis

Das Wort Gnosis hat seinen Ursprung im altgriechischen Wortstamm „gnostikos“, was so viel wie „Erkennen“ oder „Wissen“ bedeutet. Gnosis steht also für Selbsterkenntnis, die letztlich auch wahre Gotterkenntnis ist.

Gnosis, also Wissen, ist kein intellektuell angelesenen Bücherwissen und auch kein wissenschaftlich-verstandesmäßiges Begreifen, sondern vielmehr die Erkenntnis einer zeitlos, ewig gültigen Wahrheit aus erster Hand und durch unmittelbare Einsicht. Gnosis beschreibt somit auch einen höheren Bewusstseinszustand im Sinne von Befreiung und Erleuchtung, jenseits des polaren Fünf-Sinnen-Bewusstseins.

Diese Wahrheit wird nicht im Verstand, sondern im Herzen gefunden, weshalb auch im Evangelium der Wahrheit, einer gnostischen Schrift, von einer „Gnosis kardias“, einer Weisheit des Herzens, gesprochen wird.

Bei Klemens von Alexandrien wird sie in einer Verheißung wie folgt beschrieben: „Gnosis weiß … wer wir waren und was wir geworden sind. Woher wir stammen und wohin wir geraten sind. Wohin wir gehen und wovon wir befreit sind. Was es mit unserer Geburt und was es mit unserer Wiedergeburt auf sich hat.“

Die Blütezeit der Gnosis datiert sich ins 2. und 3. Jahrhundert n. Chr. doch ihre Lehre lebt in der überlieferten zeitlosen Weisheit fort.

Die ursprünglich überlieferten Quellen gnostischer Texte sind der Codex Askewianus, der auch das Werk der Pistis Sophia beinhaltet. Ferner der Codex Berolinensis Gnosticus 8502 und der Codex Brucianus.

Erst mit dem spektakulären Fund von Nag Hammadi (Ägypten) im Jahre 1945/46 wurde eine umfangreiche Sammlung an frühchristlichen gnostischen Texten aus dem 1.-4 Jahrhundert einem breiteren Publikum wieder zugänglich. Zu den Nag Hammadi Texten zählen unter anderem die Apokryphen, Geheimschrift des Johannes, Das Evangelium der Wahrheit, Das Thomasbuch, Das Evangelium nach Maria, das Evangelium nach Phillopos und das Evangelium nach Thomas.

Innerhalb der Gnosis finden sich eine Vielzahl an Strömungen, erwähnt seien hier die ophitische (Schlangen-)Gnosis und das Diagramm der Ophianer (aus Origines, gegen Kelsos VI,24-38), das System der Valentinianer (Irenäus I, 1-7,1) und das System der Basilidianer (Hippolyt VII, 20,1-27,13).

Gnosis weiß um die wahre Natur des Menschen, hat Einsicht in die Geheimnisse der Schöpfung und in die Unsterblichkeit des Menschen. Gnosis lehrt, sich von Illusion und Lüge zu befreien. Der wahre Gnostiker kennt nicht nur den Weg, er ist der Weg selbst. So wie Christus spricht: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.“ (Johannes 14,6a)

Die Hermetik Akademie unterrichtet in ihren Online Kurse ebenso gnostische Inhalte mit dem Ziel dieses „höhere Wissen“ zu zugänglich zu machen.