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Innere Hintergründe der Corona-Katastrophe

Mehr als 3,5 Milliarden Menschen erleben derzeit eine große Veränderung. Einem Großteil dieser Bürger missfallen diese Veränderungen, obwohl eine Veränderung von Haus aus weder etwas Positives noch etwas Negatives ist. Es kommt darauf an, was man daraus macht. Mehrere Punkte lassen sich bei diesen Maßnahmen zusammenfassen, die derzeit weltweit zu beobachten sind. Die Mehrheit der westlichen Bevölkerung hat mit Ausgangsbeschränkungen, wirtschaftlichen Veränderungen und einigen anderen „gesundheitlichen” Maßnahmen zu kämpfen. Bestimmte Punkte finden dabei nur selten Erwähnung, verdienen aber einen größeren Stellenwert.

Erstens ist zu sehen, dass diese Veränderungen nur bestimmte Bevölkerungsschichten betreffen. Die genauere Analyse zeigt, dass nicht alle Menschen betroffen sind, sondern insbesondere die Mittelschicht und Unterschicht. Dies geschieht durch Home-Office, falls man noch eine Tätigkeit oder einen Beruf hat, sowie durch Einschränkungen und Beschränkungen bei öffentlichen Verkehrsmitteln, die in manchen Ländern nur benutzt werden dürfen, wenn man zur Arbeit fährt oder lebenswichtige Grundbedürfnisse zu erfüllen hat. In der Summe ist somit tatsächlich sichtbar, dass in klassischer Weise bestimmte Schichten davon betroffen sind.

Die richtigen Fragen zur Corona-Krise stellen

Nun könnte man von einem Klassenkampf ausgehen oder sich die Frage stellen: Warum werden bestimmte Schichten besonders von diesen Maßnahmen getroffen? Eine viel wichtigere Frage jedoch lautet: Welche Voraussetzungen haben diese Personen, dass sie eben diese Erlebnisse erfahren müssen? Dabei ist zunächst zu sehen, dass ein Großteil dieser Menschen auf eine höhere Instanz vertraut, nämlich den Staat, der für sie sorgt. Und falls der Staat jetzt kurzzeitig nicht für sie sorgt oder ihnen die betreffenden Rechte nimmt, dann stehen sie wehrlos, schutzlos und eingesperrt da.

Das heißt: Vor Jahrhunderten, als der Mensch selbst für seinen Transport gesorgt hat und selbst dafür verantwortlich war, konnte er frei entscheiden, wann er wo seinen Ort wechselt. Er konnte entscheiden, wohin er fährt und wohin er will. Die einzigen Begrenzungen waren regionale Beschränkungen durch Grenzen. Diese ließen sich entweder überschreiten oder nicht, abhängig dessen, ob dort gerade Krieg war und ob die Nachbarnationen freundlich oder feindlich gesinnt waren. Durch große diplomatische Bemühungen von Regierenden haben viele Menschengemeinschaften es geschafft, dass sie historisch gesehen relativ viele Regionen der Erde besuchen können. Dies bedeutet, dass derzeit nicht so viele Kriege stattfinden. Es finden sich Feindschaften und Wirtschaftskriege, aber augenscheinlich sichtbare politische Kriege können beispielsweise in Europa in dieser Art schon lange nicht mehr beobachtet werden. Vor allem jene Kriege, die uns selbst so stark treffen, dass wir unser Land nicht verlassen können oder Lebensmittelknappheit bzw. Knappheit bei medizinischen Einrichtungen erleiden, finden sich derzeit nicht.

Nun aber kommt der Großteil der westlichen Bevölkerung in eine Situation, die sie mit bestimmten Urängsten konfrontiert. In der Folge stellt sich die wichtige Frage: Gibt es Menschen auf der Welt, die davon profitieren, in anderen Menschen Angst aufleben zu lassen, sie zu unterdrücken oder dergleichen? Es mag sein, dass es diese Menschen gibt. Doch es spielt keine Rolle für die Themen, die in diesem Beitrag behandelt werden. Nein, überhaupt nicht. Viel wichtiger ist die Frage: Wie schafft es der Mensch, dass er in solche Situationen kommt, und was kann er daraus lernen?

Die Verantwortungslosigkeit in den westlichen Wohlfahrtstaaten – und ihre fatalen Folgen

Ich habe schon vor einigen Jahren einen Vortrag über den „Schutz vor der Epidemie der Existenzangst“ gehalten. In diesem gehe ich genau auf diese Punkte ein. Ganz oben auf der Liste, die ich dort erklärt habe, steht die Gewohnheit, Verantwortung abzugeben. Das ist der Indikator. Denn je mehr Verantwortung man im Leben abgibt, desto weniger Entscheidungsspielraum verdient man sich dadurch. Wer somit die Verantwortung für sein Wohl, seine finanziellen Bedürfnisse, seine Gesundheit u.dgl. an eine andere Instanz abgibt, den darf es nicht wundern, wenn diese Instanz darüber Kontrolle ausübt. Manche Menschen fühlen sich relativ wohl und sicher, wenn sie all ihre Verantwortungen oder Verantwortungsbereiche abgeben. Doch dann wundern sie sich, was in einer liberalen Demokratie alles möglich sein kann.

Natürlich gibt es Kräfte und Gegenkräfte sowie Juristen, die gegen bestimmte gesetzliche Verordnungen usw. rebellieren und Berufung dagegen einlegen. Aber all dies ist nicht der springende Punkt. Dann finden sich Horrorszenarien und Verschwörungstheorien über Weltherrschaften oder eine Weltregierung u.dgl. Dies ist auch kein wesentlicher Faktor. Die große Veränderung, die derzeit stattfindet und schon vor einigen Jahrzehnten schleichend begonnen hat, ist eine viel gravierendere. Diese Veränderung können sich die meisten Menschen nicht vorstellen, weil die meisten Menschen nicht bewusster Teil dieser Veränderung sind: Diese Veränderung geschieht im Menschen selbst. Wird der Einzelne, das Individuum, zu jenen Menschen zählen, die Selbstverantwortung übernehmen und als verantwortungsvolle Menschen diese Welt mitgestalten oder nicht?

Wir können sehen: Jeder, der derzeit einen Blick in die Straßen wirft, wird zu 95 % Menschen sehen, die diese Aufgabe nicht wahrnehmen wollen. Menschen, die unzählige Argumente dafür finden, warum es unter einer Verstandesperspektive heraus vernünftiger wäre, dass andere Menschen für bestimmte Lebensbereiche sorgen. Doch dann darf man sich nicht wundern, dass sie mit großen Sorgen erfüllt sind. Denn wer solche Bereiche abgibt, hat dort keine Kontrolle und kann dort keine Herrschaft im Leben ausüben.

Aus hermetischer Sicht ist dies ein Kampf zwischen Licht und Finsternis, jedoch nicht in jener dramatischen Weise, wie wir sie in manchen Science-Fiction-Romanen und -Filmen sehen, sondern dieser Kampf findet im Menschen selbst statt, im einzelnen Menschen. Welche Aspekte des Menschen werden in der Zukunft dominieren? Jede große Krise — unter Anführungszeichen auch „Katastrophe“, denn eine Katastrophe ist von Haus aus nichts Negatives — kann dem Menschen dabei helfen, aus sich herauszuwachsen. Dabei geht es nicht um kleine Veränderungen wie ein wenig Nachbarschaftshilfe oder ein wenig mehr Rücksichtnahme, damit eine bestimmte Generation weniger Krankheitssymptome erfährt. Es geht um viel mehr: Welche Instanzen im Menschen haben eine zu große Rolle eingenommen, obwohl sie diese Rolle nicht verdienen?

Die falschen Instanzen auf dem Thron

Mit Instanzen ist gemeint, dass der Mensch verschiedene Werkzeuge besitzt. Er hat beispielsweise einen Körper. Den können wir alle sehen und wahrnehmen – im Körper können wir uns erfahren. Dann hat er Triebe, und auch diese können wir erfahren: als sexuelle Triebe, Neigungen, Gelüste u.dgl. Darüber hinaus findet sich eine Instanz, die in unserer Gesellschaft sehr hoch gestellt wird, beinahe schon auf eine gottgleiche Ebene, obwohl sie diese Stelle gar nicht verdient und obwohl diese Instanz bei den meisten Menschen nicht einmal richtig geschult ist. Die Rede ist vom Verstand. Wenn man die medialen Eindrücke der letzten Wochen analysiert, dann wird man sehen — leider ist es die Tatsache — dass die meisten Menschen nicht sinnerfassend lesen können. Sie lesen zwar eine Aussage, aber verstehen nicht den wahren Hintergrund.

Als Machthaber, als Regierender hat man unter diesen Umständen ein leichtes Spiel. Man könnte sogar die Wahrheit sagen, und die Bevölkerung würde sie nicht verstehen. Zwei Verneinungen oder einen Schachtelsatz einzubauen würde schon reichen, damit die Bevölkerung eine ausgesprochene Wahrheit nicht versteht. Ganz zu schweigen davon, dass sie diese Wahrheit gar nicht für real halten würde. Es bedarf also keiner großen Anstrengung, die Bevölkerung eines Landes hinters Licht zu führen. Man kann ja offen die Wahrheit sagen. Dadurch, dass viele Menschen nicht sinnerfassend lesen können und verschachtelte Sätze, Verneinungen u.dgl. nicht sofort verstehen, die Medien aber genau mit diesem Werkzeug arbeiten, werden sie bestimmte Ereignisse für wahr halten, die es gar nicht sind.

Der zweite Punkt ist folgender: Ein wesentlicher Aspekt des Verstandes ist das mathematische Vorstellungsvermögen. Wir lernen zwar alle in der Schule ein paar Grundrechnungsarten u.dgl. und die Mehrheit der Menschen, die studieren, lernt angeblich auch, Statistiken zu bewerten. Das bildet einen Großteil des wissenschaftlichen Arbeitens. Wer einen Bachelor- oder Masterabschluss machen oder promovieren möchte, muss aus wissenschaftlicher Sicht Thesen analysieren sowie Antithesen und eventuell auch eine Synthese finden. Jedenfalls aber funktioniert Wissenschaft nicht wie ein Dogma, bei dem nur eine Wahrheit verkündet wird. Dogmen werden von Religionen formuliert, weil die Religion von sich behauptet, die eine Wahrheit zu haben.

Doch die Wissenschaft unterscheidet sich von Religion, indem sie verschiedene Aspekte – verschiedene Theorien und Modelle – miteinander vergleicht und eine Konklusion daraus zu entnehmen sucht. Dies aber können wir der medialen Landschaft derzeit nicht entnehmen. Die Bevölkerung hat keine Ahnung davon, wie man Statistiken erstellt, und weiß nicht, dass dort einfach nur Vermutungsparamter herangezogen werden. Das heißt, irgendein Wissenschaftler vermutet etwas, baut es in eine statistische Rechnung ein – und dann ergibt sich einfach eine Hochzahl. Diese kann hundertfach falsch sein, ja um 10.000% falsch sein, weil ja der kleine Indikator, die Hebeltechnik als Vermutung, in dieser Theorie enthalten sein muss, da keine realen Werte existieren.

Wenn man nun diese Art von verstandesbetonter Wissenschaft auf diese hohe Stufe der Wahrheitsfindung erhöht, darf man sich nicht wundern, dass so viele Menschen in Furcht und Schrecken leben. Dass lässt sich in allen Lebensbereichen beobachten, insbesondere im Hinblick auf unsere Gesundheit. Der verstandesbetonte Mensch vertraut vielmehr pseudowissenschaftlichen Theorien — und damit meine ich jetzt nicht irgendwelche esoterischen Lehren oder dergleichen, sondern pseudoesoterische medizinische Theorien — denn diese bauen größtenteils auf Unkenntnis, ohne dass es die Menschen wissen. So lange man nämlich den Menschen in seiner allumfassenden Art nicht versteht, mit seinen ganzen Mechanismen, solange man nicht einmal die körperlichen Mechanismen versteht man, keine die Medizin keine 100-prozentige Erfolgsquote erzielen, weil diese Methodik nicht zu 100 Prozent belegt ist.

Es gibt Menschen, die sterben an einer Krankheit, und manche, die sterben nicht daran. Letztendlich geht man dabei von einem Mehrwert aus und einem weiteren Wert, der Placebo heißt. Erstaunlicherweise haben manche Medikamente das gleiche Erfolgsspektrum wie ein Placebo, obwohl die Menschen wissen, dass es ein Placebo ist. So viel sei zunächst einmal zu unserer heutigen wissenschaftlichen Erkenntnis gesagt. Jeder, der Wirtschaft oder andere wissenschaftliche Modelle studiert hat, sei es Naturwissenschaft oder Ähnliches, weiß oder sollte zumindest gelernt haben, dass Wissenschaft auf Modellen beruht, die nicht verifiziert werden können. Denn nach zehn oder zwanzig Jahren kann ein neues Modell entstehen, das dieses alte Modell zu 100 % widerlegt. Wenn es jedoch ein wahres Modell gewesen wäre, könnte man es nicht widerlegen.

Indem somit die Wissenschaft auf eine Stufe erhöht wird, wohin sie nicht gehört, bekommt man eine Instanz, die uns totalitär beherrschen lernt. Das aber liegt im Menschen selbst. Und je weniger Bildung ein Mensch hat, desto gefährlicher wird diese Waffe „Wissenschaft“. Denn dann kann ich einen „Wissenschaftler” in die Medien geben, der irgendwo ein Doktorat hat, damit er eine These und somit eine Vermutung verbreitet, die alle Menschen glauben. Und wenn dieser Wissenschaftler — und daran erkennt man, ob er ein echter Wissenschaftler ist oder nicht — nicht im gleichen Atemzug noch andere Theorien, nämlich Gegenbeweise für seine Theorien, auf den Tisch legen kann, ist er auf jeden Fall kein seriöser Wissenschaftler. Denn die Wissenschaft lebt eben von Gegensätzen und Bekräftigung oder Entkräftigung von anderen Argumenten.

Dies sei zu unserem verstandesbetonten Denken festgehalten. Die heutige Gesellschaft, die Schulausbildung und unser gesellschaftliches westliches System ist so aufgebaut, dass dieser Aspekt oder dieses Werkzeug enorm hoch bewertet wird, obwohl es bei den meisten Menschen nicht besonders hoch entwickelt ist.

Die unterschätzte Rolle unserer Gefühle

Doch darüber hinaus gibt es noch andere Instrumente, die genauso eine hohe Priorität in unserem Leben haben: unser Gefühlsleben etwa. Jeder Mensch war schon einmal verliebt, jeder hat schon einmal Hass empfunden, sich gefreut und dgl. Würde man das von einem Tag auf den anderen aus dem Menschen herauslöschen, dann würden wir sehen, wie uninteressant und langweilig das Leben wäre. Es würde uns ein wichtiger Baustein im Leben fehlen. Man könnte fast sagen, das ganze Leben hätte überhaupt keinen Sinn, wenn dieser Aspekt in uns fehlen würde.

Was erleben wir nun in der heutigen Zeit, in der die anderen Werkzeuge oder Instrumente des Menschen überhaupt keine Berücksichtigung finden? Hieran sehen wir, wie weit die Menschheit entwickelt ist, nämlich gar nicht. Würde ich einen Menschen isolieren, damit er einem anderen Menschen gesundheitlich hilft — das ist derzeit das herrschende Paradigma in der Welt — dann muss ich aber auch gleichzeitig einen Weg finden, damit ich diesen isolierten Menschen nicht durch die Isolation krank mache. Was erleben wir z.B. im Terrorismus, in der Folter und ähnlichen Dingen? Indem man einfach einen Menschen isoliert, ihn aus seiner Umgebung herausreißt und ihn in Einzelhaft steckt, noch dazu ihn mit Angstbildern erfüllt, dann knickt dieser Mensch nicht nur ein. Er bekommt auch einen psychischen Schaden, der unbehandelt ein Dauerschaden bleibt.

Das ist wie ein kleiner Impuls im Hebelmechanismus, der wie eine Lawine den ganzen Menschen durchdringen wird, bis auf die physische Ebene zur Krankheit. Diese Behauptung ist keine Theorie, die ich erzähle, sondern wissenschaftlich belegt — jeder kann diesbezüglich auch nachforschen. Wenn man nur diese Aspekte miteinander vergleicht — die Tatsache, dass wir verschiedene Werkzeuge und verschiedene Instrumente haben, die alle ebenbürtig sind, wovon nur einige erwähnt wurden –, stellt sich die Frage: Wieso maßen sich Menschen angesichts dessen an, ein bestimmtes Instrument höher zu bewerten als andere – aus materialistischer Sicht – und dort die Entscheidung für alle Menschen zu treffen? Der Preis ist ein enorm hoher.

Die Emotionen und die sozialen Kontakte verkümmern, obwohl wir aus psychologischen Forschungen wissen, dass der Mensch ein gesellschaftliches Wesen ist. Wenn dem nicht so wäre, würde er irgendwo alleine auf einem Berg als Eremit leben und dort sterben wollen. Allerdings tut er das größtenteils nicht, sondern Menschen wohnen, wie wir sehen, bewusst in Städten zusammen. Auch wenn sie nicht unbedingt ganz viele zwischenmenschliche Beziehungen haben, haben sie dennoch zwischenmenschliche Beziehungen. Das heißt, dass soziale Aspekte und soziale Komponenten das Um und Auf des Menschen sind. Sie machen ihn sogar zu dem, was er ist. Wenn ich ihm diese Aspekte wegnehme, so nehme ich ihm das Menschsein. Das ist eine große Herausforderung, eine große Veränderung. Es ist eine Selbstdisziplinierung.

Was wir aus der Krise lernen können

Was können wir daraus lernen? Zunächst einmal, was die wichtigen Aspekte im Leben sind. Diese Phase der sozialen Distanzierung lässt sich mit einer Fastenkur vergleichen. Was geschieht beim Fasten? Wir verzichten bewusst auf bestimme Nahrungsmittel, bspw. feste Nahrungsmittel, und trinken für ein paar Tage nur Tee oder Wasser oder Säfte. Nach einigen Tagen beginnt ein innerer Kampf, weil wir aus der Gewohnheit fallen und bestimmte Bedürfnisse haben. Irgendwann einmal, wenn wir durchhalten, gewinnen wir diesen inneren Kampf. Und wir gewinnen Stärke dadurch. Sobald wir wieder langsam unser Fasten brechen, werden wir das erste feste Mahl genießen. Auch wenn uns davor vielleicht ein Stück Brot als nichts Besonderes erschien, so wird dieses eine harte Stück Brot oder dieser Apfel etwas Besonderes sein. Es wird ein Festmahl sein. Am Beispiel des Fastens ist ersichtlich, dass das, was uns für eine bestimmte Zeit genommen und danach wieder gegeben wird, einen höheren Stellenwert für uns bekommt, wenn wir mit offenen Augen durch die Erfahrung gehen.

Was also können wir durch eine solche Krise lernen? Zunächst einmal, wie wichtig unsere sozialen Kontakte sind. Dazu gibt es unzählige psychologische Studien, welche die Gesundheit des Menschen und deren Zusammenhang mit seinen sozialen Kontakten beleuchten, auch im Verhältnis zur Lebenserwartung. Das heißt, wir als Menschen können wieder lernen, nicht alles abzugeben, damit andere Menschen für uns sorgen. Sei es, indem wir die alte Generation in ein Altersheim abgeben, damit sie uns nicht betrifft, sodass wir dort die sozialen Kontakte kappen. Sei es, indem wir die Kinder irgendwohin abgeben, damit wir sie ja nicht erziehen müssen, und dort die sozialen Kontakte abkappen. Sei es, den Partner tagsüber und vielleicht nachts oft gar nicht mehr zu sehen, also auch dort die sozialen Kontakte abzukappen. Auch Freunde nicht mehr zu sehen, sich nicht mehr richtig miteinander auseinanderzusetzen, nicht mehr zu reden – und auch dort wieder die sozialen Kontakte abzukappen. Nach diesen Herausforderungen haben wir also die große Chance, wieder bewusst in soziale Kontakte zu treten. Das ist ein wesentlicher Punkt.

Der zweite Punkt ist, endlich einmal den Verstand zu schulen. Die Mainstream-Medien profitieren davon, dass die meisten Menschen nicht verstehen, was sie lesen. Somit ist es sehr leicht für sie, Propaganda zu betreiben. Dafür muss nicht einmal die Strategie geändert werden. Wenn man die Propaganda des Ersten oder Zweiten Weltkriegs, nach der Wirtschaftskrise oder der Finanzkrise oder sonstigen Ereignissen heranzieht, sieht man immer das Gleiche. Man muss nicht einmal die Worte austauschen. Dieses Konzept funktioniert immer.

Die Epidemie der Existenzangst

Daran ist auch zu ersehen, wie Instinkte wirken. Vorhin wurden Triebe erwähnt, welche mit den Instinkten zusammenhängen. Ängste sind sehr eng mit unserer Triebnatur verbunden. Es geht dabei um den Kampf des Überlebens. Nach der körperlichen Ebene ist die Triebebene die nächste, die wir wahrnehmen können. Sobald dieser Mechanismus im Menschen belebt wird, fokussiert sich dessen ganze Aufmerksamkeit auf diesen Aspekt – die anderen Aspekte haben dann keine Relevanz. Jeder kennt dies auch zum Beispiel aus dem Bereich der Sexualität. Während der Sexualität spielen mathematische Formeln oder Ähnliches normalerweise keine Rolle. Sie ist ein Triebaspekt. Natürlich gibt es dabei Liebe und dergleichen, aber letztendlich schalten dort die anderen Mechanismen aus. Das Gleiche geschieht, wenn jemand einen sexuellen Reiz sieht. Auch dann schaltet der Verstand aus – ebenso bei den Ängsten. Sobald wir wieder den Verstand und die Emotionen in den Griff bekommen und die Situation analysieren, vor der wir uns fürchten, werden wir erkennen, dass es nicht viel Grund dafür gibt.

Was ist nämlich die größte Angst? Die Existenzangst. Wir haben Angst, dass wir vielleicht morgen keinen Beruf mehr haben und keine sichere Einnahmequelle. Aber was ist das Malheur dabei? Sterben wir dadurch? Nein. Ist irgendjemand in einem westlichen Staat allein daran gestorben, dass er keinen Beruf hat? Nein, daran ist noch niemand gestorben. In den westlichen Kulturen gibt es ein großes Auffangnetz, sodass dies normalerweise nicht passieren kann. Diese Angst ist also etwas Unbegründetes. Natürlich bezahlt die westliche Gesellschaft enorm viel Geld, damit sie solche Sicherheitssysteme hat. Das heißt, sie nährt ihre Ängste und die Sicherungsmechanismen mit sehr viel Arbeitskraft. Manchmal kommen sie einem zugute, manchmal nicht. Es sollte aber auch die Frage gestellt werden, welche Gesellschaften die besten Auffangsysteme haben und warum?

Meine Theorie dazu — und das ist nur eine Theorie — lautet: Je größer das soziale Netz in einem Staat, desto größer ist die Angst in diesem Staat und desto geringer ist die Verantwortung, die in diesem Staat vom Einzelnen übernommen wird. Je weniger es davon gibt, umso größer ist die Verantwortung des Einzelnen und desto größer ist auch die Freiheit des Einzelnen. Dann könnte man einwenden: Ja, und was ist mit den Armen und dergleichen? Nun, es ist auch in der Freiheit und der Verantwortung des Einzelnen, dass er selbst entscheidet, wie er diesem anderen Menschen helfen möchte. In dem Modell mit den großen Auffangnetzen gebe ich das ab, nämlich an eine höhere Instanz, den Staat, der sich darum kümmern soll. Und durch die Jahrzehnte war zu beobachten, dass Staaten sehr leicht korrumpieren. Warum? Weil die Geldflüsse in einem Staat von Menschen verwaltet werden – und Menschen haben Schwächen.

Es soll jetzt nicht per se gesagt sein, dass Politiker korrupt sind. Doch Politiker sind Menschen. Jede Brücke bricht ab einer bestimmten Last. Wenn die Last nur groß genug ist, wird die stabilste Brücke brechen. Übertragen auf dieses Verhältnis bedeutet das: Wenn die Geldsumme hoch genug ist, wird der loyalste Mensch käuflich. Es ist nur eine Frage der Höhe. Und wenn man einen Menschen nicht unbedingt mit Geld einkaufen kann, dann mit Macht oder mit Schmeichelei. Die Medien sind voll von Politikern, die Selfies mit Wirtschaftsbossen machen. Da könnte man sich fragen, ob diese Politiker einfach Spielzeuge von manchen Konzernchefs sind? Denn die Konzernchefs machen nicht die Selfies. Es sind die Politiker, die diese Fotos machen und dann in den Medien verbreiten. Diese Politiker jedoch sind vom Volk gewählt und autorisiert. Das heißt, jedes Volk verdient diese Politiker, da es sie selbst gewählt hat. Diese Politiker zeigen auf einer bestimmten Ebene, wie das Volk tickt. Es gibt Staaten mit offensichtlich korrupten Politiker, was erkennen lässt, dass so eben auch meistens das Volk tickt. Die Hierarchie geht immer von oben nach unten. Westliche Systeme, die Europäische Union usw. können davon nicht ausgenommen werden. All diese Systeme lassen sich kritisch beleuchten und hinterfragen. Wie notwendig sind sie? Solange die Bevölkerung sich nicht ändert, sind sie zu 100% notwendig. Ein Politiker kann von Haus aus selbst nicht die Bevölkerung verändern.

Die Wahrheit, sich selbst verändern zu müssen

Die Wahrheit ist, dass der Mensch sich selbst verändern muss. Diese Veränderung beginnt im Einzelnen. Und wenn der einzelne Mensch sich verändert und andere Menschen sich mit verändern, dann verändert sich eine Bevölkerung. Wenn man vom Weltraum aus die Menschheit beobachtet, so erscheint sie wie ein Ameisenvolk, das etwas baut, wo sich etwas bewegt usw. Dabei ist nicht besonders ersichtlich, was wirklich in diesen Kreaturen vorgeht, was sie empfinden oder was sie erleben. Möchten wir als Menschheit so in die Geschichte eingehen, dass man sich nicht an uns erinnern wird? Wollen wir, dass unsere Taten so unbedeutend, unsere Veränderungen so unwesentlich sind, dass sich keiner mehr in der Geschichte an uns erinnern wird?

Das kann ganz leicht geschehen. Denn an unsere Geschichte wird sich erst jemand erinnern, wenn wir sie selbst schreiben. Aber die meisten Menschen schreiben nicht ihre Geschichte. Sie sind so träge, dass sie andere Menschen ihre Geschichte schreiben lassen. Sie lassen ihren Chef ihre Arbeitsgeschichte schreiben, ihren Arzt ihre gesundheitliche Geschichte usw. Selbstverantwortung jedoch bedeutet zu sagen: ich beginne heute, meine Geschichte zu schreiben, und trage zu 100 % dafür die Verantwortung. Bedeutet dies, dass ich dann nicht mehr zum Arzt gehe? Nein, überhaupt nicht. Aber ich bürde dem Arzt nicht mehr eine Last auf, indem ich sage: „Du bist jetzt für mein Wohl verantwortlich.“ Denn ich als Individuum entscheide, was ich jeden Tag esse, wie viel ich mich bewege usw.

Natürlich ist es gut, Ärzte zu haben, die uns in bestimmten Situationen helfen können. Allerdings ist es nicht die Verantwortung des Arztes, dass wir gesund werden. Er kann uns nur dabei unterstützen. Genauso wenig ist es die Aufgabe eines Unternehmers oder des Vorgesetzten, für uns finanziell zu sorgen. Das müssen wir schon selbst tun. Wir können als Arbeiter oder Angestellter unsere Dienstleistung, Arbeit oder Tätigkeit zur Verfügung stellen – ein anderer nimmt sie entgegen und bezahlt uns dafür. Dennoch sind wir freie Individuen. Wir entscheiden, wie viel wir dabei erfüllen. Es ist unsere Aufgabe und unsere Entscheidung. Und wenn die Firma in Konkurs geht, dann können wir nicht den Betrieb dafür verantwortlich machen oder irgendjemand anderen. Denn dann haben wir uns einfach für eine Firma entschieden, die wirtschaftlich nicht gut läuft. Wir tragen die Verantwortung.

Endlich Verantwortung übernehmen

Im Hinblick auf diesen Umstand kann man alle Bereiche durchgehen. Wenn einer sagt, er hat zu wenig in der Schule gelernt oder keinen akademischen Abschluss, kann dies auch nicht als Ausrede gelten. Denn die erfolgreichsten Menschen machen ihre akademischen Abschlüsse ohnehin erst nach der Schulzeit, erst wenn sie im Arbeitsfeld sind, parallel zu ihrer Arbeit. Das kennzeichnet ihren Erfolg. Sie studieren auch nicht irgendwelche, unter Anführungszeichen, „Geisteswissenschaften”, sondern etwas, das sie im Leben wirklich weiterbringt. Denn Geisteswissenschaften kann man privat studieren – man braucht sie für den Beruf nicht. Solche Wissenschaften müssen auch nicht gefördert werden. Jeder kann sie selbst zu Hause studieren. Dafür gibt es unzählige Möglichkeiten, sie in Online-Universitäten zu lernen. Doch wenn man im Berufsleben wirklich erfolgreich sein will, dann braucht es ein bestimmtes Know-how und ein Wissen, nämlich wissenschaftliches Wissen aus Bereichen, die derzeit gefragt sind. Dies sind eben Technik und Wirtschaft. Erstaunlicherweise studieren diese Fächer im europäischen Raum nicht so viele Menschen und schon gar nicht gern. Und zwar aus dem Grund, weil das schwerer ist und man dort gefordert wird – danach muss man wirklich etwas leisten. Es ist ja nichts Negatives, etwas leisten zu können. Wir entscheiden, welche Geschichte wir schreiben. Ich bin jetzt nicht unbedingt ein Befürworter einer Leistungsgesellschaft, aber von einer Gesellschaft, wo einzelne Menschen ihre Geschichte selbst schreiben.

Es liegt in unserer heutigen Wahl. Bin ich eine Person, die getrieben wird in diesem Fluss des Lebens und einfach sagt: „Ich überlasse mich all diesem Höheren?“ Mit dem Höheren meinen sie aber niemals die göttliche Quelle, denn diese Quelle können sie ja gar nicht orten. Das ist immer die Ausrede von den Schwächlingen im Leben. In Wirklichkeit meinen sie die Allgemeinheit und den Staat oder ihren Verstand. Das ist nie die höhere Quelle. Denn wäre es die höhere Quelle, würden sie anders agieren und sich nicht so treiben lassen. Wenn sie nur die heiligen Schriften studieren würden, egal ob aus dem östlichen oder westlichen Raum, dann würden sie sehen, dass dort niemals dieser Unsinn steht: „Lass dich treiben in einem Fluss und schau mal, was passiert.“ Allein nur im Alten Testament, in der Schöpfungsgeschichte, wird schon erklärt: Das Leben ist harte Arbeit. Nach dem Sündenfall beginnt die harte Arbeit. Dort lesen wir nicht: „Lieg faul in der Sonne herum und schau mal, wie schön das Meer plätschert – und das Leben versorgt dich.“ Nein. Dort steht, dass der Acker hart zu bebauen ist. Und auch wenn wir die östlichen Lehren studieren, werden wir solche Aussagen dort finden. In diesen Schriften wird niemals dieser Unsinn verbreitet, der in manchen pseudoesoterischen Wegen schon heutzutage als Norm gilt. Das gibt es nicht. Auch ist niemand im spirituellen Bereich populär, der den Menschen die Wahrheit sagen will. Die Wahrheit nämlich, dass ihre Schöpfungskraft abhängig dessen ist, wie sie damit agieren. Trägheit ist eine negative Kraft. Und ein Großteil der Menschheit ist der Trägheit verfallen.

Das Fazit zur Corona-Katastrophe

Zeit für eine kurze Analyse: Manche bezeichnen die heutige Gesellschaft, wie wir sie gerade seit Wochen erleben, als Masken-Maulkorb-Gesellschaft. Ich würde sagen, sie ist heutzutage noch schlimmer: Sie ist eine Pyjama-Jogginghosen-Gesellschaft geworden. Menschen kümmern sich nicht mehr um sich selbst. Sogar in ihrem Home-Office lassen sie sich treiben, bestellen noch ein Essen, damit sie nichts tun müssen. Und wenn man all das noch beobachtet, darf man sich nicht wundern, dass so eine Gesellschaft gegen die Wand fahren muss.

Warum passiert das nicht in großen Diktaturen oder in ganz unentwickelten Zivilisationen? Ich will jetzt nicht ein paar afrikanische Länder nennen, doch diese sind weit von den liberalen Demokratien entfernt, die wir heute haben. Warum finden dort nicht solche Entwicklungen statt? Weil sie dort ganz andere Sorgen haben. Sie haben ganz andere Probleme als in den Demokratien. Dort sind zum Beispiel jetzt diese tyrannisch-totalitären Strukturen offensichtlich. Bei uns sind sie verdeckt. Aber es ist noch immer der gleiche Mechanismus.

Nun komme ich zu ein paar Punkten, die zeigen, dass wir selbst maßgeblich mitverantwortlich dafür sind. Der heutige Kontrollzwang des Erwachsenen geht schon dahin, dass er seine Kinder 24 Stunden 7 Tage die Woche kontrollieren und beobachten möchte. Und nicht nur per Handy-Tracking oder dergleichen: Sobald er die Möglichkeit hat, würde er seinem Kind auch einen Chip einpflanzen, der permanent die Beobachtung ermöglicht. Warum sollte ein Regierender nicht auch seine Bevölkerung kontrollieren wollen? Das ist derselbe Mechanismus. Wenn wir jedoch einmal diesen idiotischen Kontrollzwang, der ohnehin nichts an der Welt verändern kann, nicht loslassen, dann erleben wir das im Außen auch nicht.

Denn die fürchterliche Botschaft ist eine wesentlich andere: Das allsehende Auge Gottes beobachtet uns 24 Stunden 7 Tage die Woche. Es beobachtet jedes unserer Vergehen. Das ist die eigentlich arge Botschaft. Jeden unserer Gedanken, jedes unserer Gefühle, alle unsere Worte werden beobachtet. Und ja, wir tragen die Konsequenzen dafür. Nicht irgendwann im Sündengericht, wenn wir sterben, sondern jetzt, an diesem heutigen Tag. In dieser jetzigen Sekunde tragen wir die Konsequenzen für all das, was wir empfinden — all die Gehässigkeiten, all die negativen, üblen Gedanken, Gefühle und Triebe, die wir in uns tragen. All die schädlichen Geschwüre, die wir gegenüber anderen Menschen empfinden — dafür tragen wir die Konsequenzen, jetzt in diesem Augenblick. Davor sollten wir uns eigentlich fürchten. Nicht, dass irgendein selbsternannter Weltenherrscher global allen Menschen irgendetwas vorgibt. Das ist die kleinere Witzfigur im Leben. Wir sollten damit beginnen, die Augen zu öffnen. Deshalb verwenden wir jetzt auch in den Social-Media-Kanälen der Hermetik Akademie eine eindeutige Aussage. Und darauf beruht alles: ERWACHE.

Mehr kann man dazu eigentlich nicht sagen. Das ist die einzige Botschaft.

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