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Die Corona-Krise – eine Wirtschaftskrise

Bei der derzeitigen globalen Krise haben viele Menschen ihre Aufmerksamkeit primär auf den gesundheitlichen Bereich fokussiert. Und dennoch gibt es viele andere Bereiche, die genauso unsere Aufmerksamkeit verdienen. Einer dieser Bereich wird in diesem Beitrag besonders behandelt, weil er die meisten Menschen doch mehr oder minder betreffen wird: die wirtschaftlichen Folgen dieser Corona-Krise.

Im Grunde genommen könnte man sagen, dass die Corona-Krise mehr oder weniger eine Wirtschaftskrise darstellt. Denn hätte es diese „Corona-Krise“ nicht gegeben, dann hätten wir mit großer Wahrscheinlichkeit im Laufe der Zeit dennoch eine Menschheits-Krise erlebt. Viele Politiker, Wirtschaftler und dergleichen werden das natürlich verneinen, denn diese Krise mit dem Covid-19 kommt sehr gelegen, um bestimmte Bereiche in der Wirtschaft nicht verändern zu müssen. Im Grunde ist das Phänomen aber ein großes wirtschaftliches Problem. Was konnten wir bis jetzt beobachten und wohin wird uns das jetzt führen? Das ist das, was im Folgenden besprochen werden soll.

Die Chancen in der Wirtschaftskrise sehen

Erstens haben wir gesehen, dass im Laufe der letzten Wochen (KW 16) einige Unternehmen in die Nähe des Bankrotts oder völlig in Konkurs gegangen sind. Das betrifft zum Teil einige aus dem Bereich des Handels, vor allem Kleinunternehmen, oder aus der Gastronomie. Sehr selten sind es jedoch die ganz großen Unternehmen oder die Online-Firmen, die davon betroffen sind. Und so wie bei jeder Krise gibt es Unternehmen, die Defizit machen und ruiniert werden, und auch Firmen, die florieren und stärker und kraftvoller werden. Das konnte man bisher bei den letzten Krisen beobachten. Die größten Wirtschaftsimperien wurden sogar in Krisen errichtet.

Natürlich klingt das jetzt wie eine ferne Zukunftsmelodie für einen kleinen Einzelunternehmer, der vielleicht keine Mitarbeiter hat und nahe des finanziellen Ruins steht. Aber dennoch sollte uns das zu denken geben. Denn man kann auch diese Wirtschaftskrise als einen Reinigungsprozess betrachten. Es gibt zahlreiche Unternehmen, die nicht zeitgemäß sind – die nur vom Tagesgeschäft leben und kaum konkurrenzfähig sind. Es finden sich kleine Handelsunternehmen, die irgendwelche Produkte verkaufen und die gerade so viel Umsatz erwirtschaften, dass sie am Existenzminimum dahinvegetieren. Ja, sie mögen damit zufrieden sein, dass sie einfach nicht mehr erwirtschaften können. Oder man könnte aus wirtschaftlicher Sicht auch fragen, warum sie nicht ihr Konzept an den neuen Kundenbedarf anpassen? Denn natürlich gibt es viele Argumente und Gegenargumente für Konzernstrukturen. Doch aus diesen Strukturen können wir viel lernen, denn einige dieser Konzerne haben insbesondere in dieser Krise extrem profitiert. Sie haben all diese Konsumentenbedürfnisse aufgefangen und damit ein Geschäft gemacht.

Das sichere Gefühl, ein finanzielles Polster zu haben

Was kann der Einzelne jetzt tun, wenn wir mit einem Wirtschaftsabschwung die nächsten Monate oder Jahre konfrontiert sein werden? Für jede Krise gibt es mehrere Strategien. Das ist für den Einzelnen sehr leicht umzusetzen, gilt aber auch für Unternehmen. Eine Firma muss ausreichend finanzielle Ressourcen haben. Aber einige Unternehmen werden sich fragen: „Wie soll ich das machen? Ich lebe vom Tagesgeschäft.“ Darauf kann man nur antworten, dass dieses Konzept wahrscheinlich nicht ganz richtig ist. Denn ein Unternehmen sollte zwischen drei bis sechs Monate ohne Einkommen weiterexistieren können. Diese Menge an Ressourcen benötigt ein Unternehmer. Sonst ist diese Firma einfach auf einem wackligen Fundament errichtet. Natürlich gibt es einige Start-ups, die bei Null beginnen und immer dahinkämpfen usw. Aber diese Phase für Start-ups sollte nicht länger als sechs Monate bzw. ein Jahr dauern, sodass heute schon ihr Geschäft floriert – maximal drei Jahre sollte das so gehen.

Dann gibt es Arbeiter / Angestellte, die natürlich zu einem Teil in Unternehmen arbeiten, die sehr desolat sind. Doch diese dürfen sich dann auch nicht wundern, wenn sie gekündigt oder in Kurzarbeit geschickt werden. Kurzarbeit ist ein moderner Begriff für Arbeitslosigkeit, weil dort einfach bestimmte Kosten aufgeteilt werden. Die Chance jedoch, dass man nach Kurzarbeit wieder in dem Unternehmen tätig sein wird, ist nicht einhundert Prozent. Das heißt, sie ist sogar geringer, weil einige Unternehmen es nach dieser Krise nicht mehr geben wird. Die Betriebe werden nicht mehr weiterhin in der Dimension agieren können, wie sie dies vor der Krise getan haben.

Manche Firmen haben nur auf Kredit ihr Unternehmen errichtet. Das heißt, sie haben nie real gewirtschaftet, sondern immer nur in einer Defizit-Spirale existiert. Dann gibt es viele, die lautstark schreien werden: „Ja, der Staat, der hat jetzt uns das alles eingebrockt; Ja, der Staat ist für all dies jetzt verantwortlich und muss natürlich auch jetzt haften und Sicherheiten und Kredite für die Dienstausfälle geben.“ Viel wesentlicher ist die Frage: Warum haben wir ein Unternehmen, das durch solche Situationen so stark gefährdet ist, dass es nicht mehr weiter bestehen kann? Wie schwach war unser Unternehmen davor? Natürlich gibt es riesige Bereiche wie den Tourismus oder das Verkehrswesen oder dergleichen, die von so einer Krise hart getroffen werden. Parallel dazu aber finden sich Anbieter in diesem Bereich, die dennoch florieren. Die Rede ist von Online-Anbietern, Vermittlern usw., die trotz dieser Krise ein Geschäft machen. Das heißt also: Bei jeder Krise gibt es Menschen, die verdienen, und Menschen, die verlieren. Es ist unsere Wahl – möchten wir zu der Seite zählen, die verliert, oder zu der, die gewinnt?

Und jetzt komme ich zu einem wesentlichen Punkt, der für jede Krise essenziell sein sollte und uns auch davor schützt, dass wir uns auf der „materiellen Ebene“ selbst in eine desaströse Situation verfrachten. Natürlich gibt es in der Hermetik-Akademie Kurse über finanzielle Freiheit, universellen Wohlstand und dergleichen, doch hier soll auf andere Bereiche eingegangen werden.

Erstens brauchen wir ein finanzielles Polster. Das heißt, wir müssen mindestens drei bis sechs Monate liquide sein – das können zwar die meisten nicht, aber das sollten sie. Insbesondere, wenn wir spüren, dass eine Krise kommt, werden wir sehen, wie notwendig, wichtig und wie befreiend so ein finanzielles Polster ist. Das heißt, egal was passiert, wir können monatelang für uns sorgen. Und natürlich auch über eine neue Geschäftsidee während dieser Zeit nachdenken oder sie sogar realisieren. Oder wir können unser Geschäftskonzept, das vorher nicht gut funktioniert hat, einfach durch Innovation verändern und es den heutigen Kundenbedürfnissen anpassen. Ja, wir können uns viele Fragen stellen als Unternehmer oder dann wichtige Punkte analysieren und umsetzten. Und jedes Wirtschaftssystem, das primär auf Schuldenwesen, nämlich Kredite und dergleichen, aufgebaut ist, ist wirklich auf einem wackeligen Fundament errichtet. Deshalb sollten wir uns wirklich überlegen, wie stabil unser Wirtschaftskonzept ist.

Tipps für Arbeiter und Angestellte – Zukunftsvisionen

Arbeitern und Angestellten, die dann die Wahl haben, in welchem Unternehmen sie tätig werden, kann ich nur diesen einen Tipp geben: sich ein Unternehmen auszusuchen, das krisenfester ist. Einen Betrieb, der gerade jetzt, ja insbesondere jetzt Mitarbeiter aufnimmt. In dem Moment, wo andere Unternehmen ruiniert werden und nahe des Bankrotts sind und ihre Mitarbeiter reihenweise kündigen, sollte man sich eine Firma wählen, dass jetzt wirklich expandiert. Denn dann sind wir auf der sicheren Seite. Denn dann zählt das Argument nicht: „Ja, ich habe in einem Unternehmen gearbeitet, und das ist in Konkurs gegangen, deshalb bin ich arbeitslos.“ Nein, diese Firma hat man sich selbst ausgesucht – dafür muss man selbst auch die Verantwortung übernehmen. Es war die eigene Wahl.

Darüber hinaus gibt es noch wesentlich tiefere Bereiche, die unsere Aufmerksamkeit auch wirklich verdienen. Wenn wir beispielsweise ein Geschäftsmodell gestalten, dann sollte es unseren höchsten Werten und Idealen entsprechen. Viele Menschen schauen sehr negativ auf Konzerne oder auf die Eigentümer und Vorstände von Konzernen und denken sich lauter negative Bilder, Muster und Emotionen dazu. Und natürlich wird ein Mensch, der sich die ganze Zeit diesen negativen Vorstellungen hingibt, nicht erfolgreich werden. Denn wenn man sich fortwährend nur mit Negativität beschäftigt – wie kann man dann in einem Bereich positive Erfolge aufweisen?

Jeder Mensch hat negative und positive Eigenschaften, abhängig von unseren Bewertungen. Jeder Mensch hat tief bösartige Eigenschaften in sich – er kann sie ausdrücken oder auch nicht. Und jeder Mensch kann von jedem anderen Menschen lernen – egal, ob das jetzt ein Konzernchef ist oder ein Angestellter in einer Bäckerei. Tatsächlich können wir von jedem Menschen etwas lernen. Zudem macht es uns nicht zu einem besseren Menschen, wenn wir einen anderen ins negative Licht rücken, wenn wir negativ über diesen Menschen reden oder ihn kritisieren. Denn jegliche Art von Kritik richtet sich selbst. Sie zeigt nur unsere eigene Unzulänglichkeit. Jeder Mensch, der in der Öffentlichkeit steht, weiß das. Er weiß, dass die lautstarken Kritiker, die gegen ihn hetzen, ihn diffamieren und versuchen, ihn lächerlich zu machen, mit ihren Aussagen einfach nur ihre eigene Unzulänglichkeit darstellen. Es ist fast wie eine Komödie. Aber gut, jeder hat natürlich auch das Recht zu kritisieren und Ähnliches zu tun, sofern es im Rahmen der Gesetze ist. Es gibt natürlich auch rote Linien, die man überschreiten kann. Und ja, dann sollte man auch mit den Konsequenzen zurechtkommen können. So ist es in einem Rechtsstaat.

Um noch einmal darauf zurückzukommen: Wenn wir das Geschäftsmodell von bestimmten Konzernen betrachten, dann sehen wir, dass diese sehr viel Energie in Innovation investieren und darin, Kundenbedürfnisse zu erfüllen. Stellen wir uns vor, wir haben irgendwo ein Geschäft, in dem wir nicht besonders viel Geld verdienen, etwa ein Handelsgeschäft. Wir verkaufen irgendwelche Waren – und haben gerade so viel, dass wir selbst unsere Miete bezahlen können. Wir haben eventuell ein Auto und unsere Lebensmittel und vegetieren knapp am Existenzminimum dahin. So einen Unternehmer müsste man wirklich fragen, ob sein Unternehmenskonzept tatsächlich richtig ist.

Als Antwort findet man zahlreiche Ausreden von solchen Menschen. Aber in Wirklichkeit sollte man fragen, wo diesem Unternehmen die Innovation fehlt, damit es wirklich fruchtet. Hört dieses Unternehmen nicht auf die wahren Kundenbedürfnisse? Ist dieses Geschäftsmodell veraltet – nicht mehr zeitgemäß? Wo kann dieses Unternehmen von einem größeren Unternehmen dazulernen? Es gibt mannigfach Möglichkeiten, damit man als Unternehmer wirklich erfolgreich ist. Als Arbeiter oder Angestellter liegt es in der Wahl der Firma, die darüber entscheidet, wie wir uns dort sicher fühlen und dergleichen. Unsere Wahl bestimmt, ob wir dort auch expandieren, Innovation erleben oder Erfolg, Karriere und dergleichen, falls wir danach streben.

Warum westliche Wohlfahrtsstaaten in sich zusammenbrechen

Zu Beginn habe ich ein wenig erklärt, dass eine wirtschaftliche Krise voraussehbar war. Seit der letzten Finanzkrise war es nur noch eine Frage der Zeit, bis andere Bereiche davon auch betroffen worden sind. Mit vielen Krediten, neuen Regelungen und dergleichen hat man es geschafft, dass sich auf einer staatlichen bzw. superstaatlichen Ebene ein Finanz-GAU, wie damals vor knapp über zehn Jahren, nicht wiederholt. Doch auch jetzt haben wir eine Wirtschaftskrise, die mehrere Jahre andauern wird. Mehrere Unternehmen, nämlich fünfundzwanzig Prozent aller Firmen, sind derzeit vom Ruin bedroht. Dies hängt erstens damit zusammen, dass sie zu wenig finanzielle Reserven haben und zweitens mit dem Umstand, dass das Geschäftskonzept nicht gerade up-to-date ist. Auch liegt das vielleicht daran –  und das möchten manche nicht gerne hören – dass sie keine guten Unternehmer sind. Sie mögen zwar ihre Produkte wahrscheinlich gerne, aber als Unternehmer haben sie vermutlich weniger Talente. Es spielt jedenfalls keine Rolle, warum sie als Unternehmer nicht wirklich erfolgreich sind.

Der springende Punkt ist der: Wir haben in einem Wohlfahrtsstaat, wie er oft in Europa gefunden werden kann, beispielsweise eine Verwaltung, die aus Staatseinnahmen lebt. Natürlich bezahlen die Mitarbeiter in einer Verwaltung auch ihre Steuern und Abgaben, aber sie bezahlen Steuern aus Steuern. Das ist ohnehin etwas Paradoxes. Jedenfalls leben sie vom Staatshaushalt, etwa zu  fünfundzwanzig bis dreißig Prozent davon. Dann gibt es noch Pensionisten, Schüler und Studenten, die noch nicht in diesen Topf einzahlen oder auch aus diesem Topf leben müssen. Dann gibt es Kranke usw. Darüber hinaus finden sich Arbeitslose und Empfänger von Mindestsicherung, sodass wir schon auf eine beachtliche Zahl kommen.

Wenn wir das jetzt weiterrechnen, dann werden wir sehen, dass nur etwa ein Drittel der Bevölkerung wirklich etwas in diesen Topf beiträgt. Ein Drittel der gesamten Bevölkerung gibt mehr in ihn hinein, als es daraus erhält. Dass also so ein System irgendwann einmal implodieren muss, aus innen heraus, ist somit nur eine Frage der Zeit. So ein System kann nicht aufgehen. Nun könnte man sagen, die Politiker sind dafür verantwortlich, weil sie nicht wirtschaften können. Doch ein Politiker ist nicht da, um zu wirtschaften, obwohl wir heute so etwas wie ein Finanzministerium haben, und die wenigsten Finanzminister aus der Geschichte waren wirkliche Ökonomen. Politiker sind einfach Politiker, was eine andere Spate von Beruf ist. Genauso erwartet man sich nicht von einem Schauspieler, der eine bestimmte Persönlichkeit darstellt, dass er in der Tat diese Persönlichkeit ist. Ähnlich verhält es sich mit Politikern. Sie müssen bestimmte repräsentative Aufgabe übernehmen, als Kontaktstelle zum Volk, um bspw. bestimmte Gesetze in einem Staat zu verwirklichen. Ob das für das Gemeinwohl und dergleichen notwendig ist oder gut funktioniert, darüber lässt sich natürlich debattieren.

Somit ist der springende Punkt: Wir haben einen großen Teil an Menschen, der vom Staatshaushalt lebt, und einen relativ kleinen Teil, der eben in diesen Staatshaushalt hineinwirtschaftet, das Geld also hineingibt. Das heißt, wenn wir diesen Teil maximal besteuern würden – was in den europäischen Wohlfahrtsstaaten mit den exorbitant hohen Steuern ohnehin geschieht – kommt es zu einer Flucht von intelligenten Menschen aus diesen Regionen. Es erfolgt eine Art „Brain Drain“, ein Phänomen, das mit verschiedensten Begriffen beschrieben wird. Man darf sich unter diesen Umständen nicht wundern, dass hochbegabte Menschen in diese Länder nicht zuwandern. Denn das ökonomische System ist einfach ein Desaster ist, und nur jene möchten zuwandern, die von diesem System profitieren – das heißt, die wenig beitragen und viel aus diesem System herausbekommen.

Der Fehler im System oder der Fehler im Menschen?

Jetzt könnte man sagen, das System krankt. In Wahrheit aber krankt es an den einzelnen Mitgliedern dieses Systems: an der Bevölkerung, Solange die Bevölkerung noch diese falschen Ideale, Werte und Vorstellungen hat, wird dieses System noch weiter funktionieren. Solange, bis es dann wieder implodiert und wieder unzählige Menschen ihre Existenzen, ihr Vermögen und alles wieder verlieren. Sie gehen dann ihrer Immobilien verlustig und allem, was sie eben auf Kredite und dergleichen „erwirtschaftet“ haben – alle Konsumgüter, die sie sich so jetzt nicht leisten können. Der westliche Bürger eines Wohlfahrtsstaats lebt über seinen Dimensionen. Durch seine schnelle Befriedigung von Bedürfnissen lebt er einfach eine Hausnummer zu hoch, verglichen mit dem, was er wirklich verdient oder an Einnahmen hat. Er kauft sich ein Auto, das er sich nicht leisten kann und meistens auch noch ein Haus oder eine Wohnung, die unfinanzierbar sind. Und das häufig nur auf Kreditbasis.

Auf die gleiche Weise agiert und arbeitet auch der Staat – das ist dieses höhere Geflecht. Und natürlich explodieren dann die Staatsschulden. Und in einem Wohlfahrtsstaat kommt es dazu, wenn das Geld irgendwann einmal weniger wird und immer weniger Menschen in diesen Topf einzahlen können. Jene, die einzahlen, kann man nicht wesentlich mehr besteuern, denn sie zahlen schon so viel Geld, dass sie einfach wegziehen würden, würde man sie noch stärker besteuern. Dann werden eben die Sozialleistungen gekürzt, die Pensionen und Arbeitslosengelder, in Staaten, wo es staatliche Sozialversicherungen gibt sowie ein staatliches Gesundheitssystem und dergleichen.

Natürlich werden Menschen einfach viel mehr konsumieren, als sie hineinzahlen in diesen Topf. Und das beruht eben auf der irrigen Annahme des Menschen, der einfach eigennützig und selbstsüchtig ist und immer nur das Meiste für sich alleine haben will. Darauf, dass er nicht bereit ist, etwas beizutragen. Das beginnt schon, wie ich ganz kurz angedeutet habe, mit dem Beruf. Wenn wir einen krisenfesten Beruf schaffen wollen, dann sollte unser erstes Anliegen sein: Wie kann ich einen maximalen Beitrag für meine Mitmenschen leisten? Und wenn ich einen maximalen Beitrag zum Wohle der Mitmenschen leisten kann, dann ist es egal, welches Bedürfnis ich erfülle – dann werde ich auch finanziell davon profitieren. Das ist ein Geben und ein Nehmen. Wenn mein Beitrag minimal ist oder einfach nicht der Rede wert, dann werde ich auch nichts verdienen, denn dann hat niemand ein Interesse an dem Beitrag, den ich leiste. Also es hängt immer davon ab, welchen Beitrag jemand bereit ist, der Gesellschaft zu geben. Dieser Mensch wird auch Geld dafür bekommen.

Das Geheimnis, viel Geld zu verdienen

Je weniger Geld ich für meinen Beitrag bekomme, umso weniger notwendig ist dieser Beitrag, den ich leiste. Darüber ließen sich philosophische Diskussionen führen, doch sie würden alle ins Uferlose führen. In Wirklichkeit ist die Welt viel einfacher gestrickt, als wir uns das vorstellen möchten. Indem wir diese Gesetzmäßigkeit für uns nutzen, können wir unser Denken umändern. Und den Fokus auf die Frage richten: „Wie kann ich einen maximalen Beitrag leisten?“ Dann zählen noch einige kleinere Parameter, die aber genauso wichtig sind: Erstens muss es ethisch sein – ethisch verwertbar für uns. Das bedeutet, wir müssen mit der Idee im Einklang sein. Wir dürfen diese Idee nicht verurteilen oder für schlecht empfinden oder bewerten oder dergleichen. Wir müssen hinter der Idee stehen können und wirklich Feuer und Flamme für diese Idee sein, wenn wir der Meinung sind: „Das ist gut so. Das ist ein guter Beitrag.“ Dann werden uns auch alle Kräfte zur Verfügung stehen: Wir werden Verbündete finden und das Angestrebte verwirklichen. Für viele Menschen ist das eine Schuhnummer zu groß. Aber jeder hat die Möglichkeit, mehr aus seinem Leben zu machen.

Das Potenzial der Menschenrechte

Und wie wir an Krisen immer wieder beobachten können, haben sie ein enormes Potenzial für Veränderungen. Jede Krise, jede Katastrophe auf der Welt, hat die Menschheit dazu gebracht, dass sie sich verändert, dass sie daraus wächst. Evolution ist ein Vorgang der Veränderung, der Anpassung an neue Gegebenheiten. Und auch jetzt findet eine Stufe statt, auf welcher der Mensch weiter schreiten muss, weiter in ein höheres Gemeinschaftsbild. Das lässt sich anhand des folgenden Bildes vorstellen: Jeder Mensch ist wie eine Zelle, wie ein Baustein im gesamten Mechanismus der Menschheit. Wenn jetzt ein Organ in diesem Menschen, das heißt, in dieser Menschheit, krank ist, dann wird die ganze Menschheit davon betroffen sein. Sie wird sich nicht gesund fühlen können. Und dann werden wir auch sehen, dass dieses Bild nicht ganz verkehrt ist. Denn solange wir noch diese irrige Vorstellung haben, dass einzelne Menschen über anderen Menschen stehen, werden wir diese Vision niemals verwirklichen können – die Vision einer gesunden Menschheit.

Denn das höchste Gut, das uns vor mehreren Jahrzehnten gegeben wurde, waren die Menschenrechte.

Ich kann nur jedem empfehlen, diese Menschenrechte durchzulesen, ohne dabei aber zu fragen: „Ja, wo habe ich diese Rechte?“ Vielmehr sollten wir fragen: „Gibt es Bereiche, wo ich sie anderen Menschen nicht zugestehe? Wo muss ich mich ändern, damit ich nach diesen Rechten lebe und anderen Menschen all diese Rechte zugestehe?“ Dann werden wir sehen, dass eine Umkehr in unserem Denken erfolgt. Denn die Menschenrechte haben auch ein Potenzial, nämlich das Potenzial der Verantwortung. Jeder, der bestimmte Rechte hat, hat auch eine große Verantwortung. Es bedeutet, Verantwortung für die Freiheiten unserer Mitmenschen zu haben.

Eines der wertvollsten Güter ist die Würde des Menschen. Und solange wir noch drittklassig über andere Menschen, Kulturen und dergleichen denken und fühlen, haben wir keine Chance, diese Würde in uns selbst zu verinnerlichen. Hier geht es um ein wesentlich größeres Wachstum, als es sich die Menschheit derzeit vorstellen kann. Es geht um die Veränderung in unserem Inneren. Und ein Wirtschaftssystem, wie ich es am Anfang erklärt habe, kann nur in eine positive Richtung führen, wenn wir bereit sind, uns als einzelne Individuen zu verändern. Es gelingt erst, wenn wir unsere Grundmuster und unsere Vorstellungen verändern, genauso wie in den anderen Lebensbereichen wie der Gesundheit und dergleichen. All dies kann sich nur verändern, wenn wir uns selbst verändern.

Corona als Phase der Einkehr und großen Wende

Die Corona-Krise ist die größte Chance, die wir seit vielen Jahren als Menschheit bekommen haben. Manche Menschen haben jetzt keinen Beruf und viel Zeit, über sich und ihr Leben nachzudenken. Aber was machen die meisten? Sie betäuben sich mit irgendwelchen Medien. Sie haben Distanz von bestimmten Lebensbereichen, Distanz von vielen Menschen. Dies ist eine Phase, die sich auch als Phase der Einkehr sehen lässt. Die Menschen haben die Chance, zu sich selbst zu finden. Doch wie viele Menschen nutzen diese Chance? Stattdessen sehen sie die Gefangenschaft, die Isolation – das heißt, sie sehen das Negative im Bild. Wir können das aber auch positiver sehen. Wir haben eine enorm große Chance, uns selbst zu verändern und zu wachsen und mit einem anderen Bewusstsein aus dieser Erfahrung hinauszugehen. Und, ja, es gibt jetzt unzählige Argumente, dass uns vielleicht irgendwelche Politiker die Rechte nehmen und dergleichen. Darüber könnte man jetzt streckenweise diskutieren. Aber das ist nicht der springende Punkt. Viel entscheidender ist: Wie agieren wir? Wie vielen Menschen nehmen wir die Rechte durch unser So-Sein? Und mit welchem Recht machen wir das? Dass wir uns über andere Menschen stellen, dass wir über andere Menschen urteilen, sie bewerten?

Also beginnt es in uns. Wir haben jetzt die Möglichkeit, nach innen zu gehen und zu reflektieren und uns zu verändern. Oder die andere Option: Wir (ver)schlafen einfach weiter das Leben. Dann kommt halt eine Katastrophe nach der nächsten und erscheint uns wie ein Albtraum. Sie kommt, verblasst, geht. Die nächste Katastrophe kommt, verblasst, geht. Wie eine Fahrt auf einer Achterbahn, mit einem kleinen Adrenalin-Kick, aber mehr ist nicht geschehen. Oder aber wir verändern uns, wachen aus diesem Traum auf, steigen aus dieser Illusion heraus. #ERWACHE!

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